Kurzkritik: Der weiße Hai (Film, 1975)

Regie-Legende Steven Spielberg erschuf mit dieser Adaption des gleichnamigen Buches von Peter Benchley quasi das moderne Blockbuster-Kino und beeinflusste auch das Tierhorror-Genre massiv. Im Thriller geht es um einen Hai-Angriff im beschaulichen Badeort Amity und den Versuch damit umzugehen. Insbesondere die Hauptfigur muss sich nicht nur gegen den Hai, sondern auch einiger Bewohner behaupten.

Der kürzlich mit seiner Familie aus der Großstadt an die Küste gezogene Polizeichef Martin Brody (Roy Scheider) wird eines Morgens zu einer gefundenen Leiche gerufen. Die wenigen Überreste lassen bereits auf den ersten Blick auf einen Hai-Angriff deuten, doch der ansässige Bürgermeister samt Gefolgschaft handelt entgegen der Empfehlung von Brody den Strand zu sperren. Es wird sogar versucht den Angriff klein zu halten und eine andere Todesursache propagiert um die wichtigste Einnahmequelle, den Tourismus, nicht zu verlieren. Doch es kommt wie es kommen muss – weitere Angriffe und Tote durch den Hai, der sich als äußerst groß und gefährlich entpuppt, folgen. Zusammen mit dem Meeresbiologen Matt Hooper (Richard Dreyfuss) und dem verschrobenen Haifänger Quint (Robert Shaw) sticht Brody auf in hohe See, um den Hai aus dem Weg zu räumen. Doch kann dieses tödliche Monster wirklich so einfach aus dem Verkehr gezogen werden?

In 124 Minuten erleben wir die Reise von der eher charakterlich schwachen Hauptfigur, die ihre Ängste überwinden muss und die Durchsetzungsfähigkeit erlernen muss. Der Film ist relativ stark männlich geprägt, insbesondere die zweite Hälfte in der wir ausschließlich ein Männer-Trio sehen. Dennoch sei an dieser Stelle die durchaus gute, wenn auch aus heutiger Sicht vielleicht etwas klischeehafte, Rolle der Frau von Brody erwähnt. Sie wird ziemlich ansprechend von Lorraine Gary verkörpert. Das erwähnte Männer-Trio ist sowohl charakterlich wie auch vom Schauspiel unterschiedlich und sehr gut verkörpert. Sie ergänzen sich perfekt und schaffen es die seltsamen Charaktere, die sie alle spielen, gut in Szene zu setzen und lebendig wirken zu lassen.

Für sein Alter kann der Film selbst in der Moderne noch sehr gut überzeugen, was nicht nur an einer, sondern an einer Reihe an Faktoren liegt. Zum Einen schafften es die Drehbuchautoren Peter Benchley und Carl Gottlieb die Handlung bis zum Schluss spannend zu schreiben. Zum Anderen konnten Regisseur Spielberg und Kameramann Bill Butler mit Hilfe des guten Schnitts durch Verna Fields den Film temporeich und doch charakterstark inszenieren. Die meiste Zeit ist die Geschichte sehr flott erzählt und selbst die ruhigeren Szenen sind gut und passend eingesetzt. Dazu geht es stellenweise sehr brutal und blutig zu. Unterstützt wird dies durch einen grandiosen Sound von John Williams von dem vor allem die Titelmelodie ins Ohr geht und bis heute auch abseits des Streifens weltweit bekannt ist.

Der einzige Punkt in dem „Der weiße Hai“ nicht komplett gut gealtert ist, betrifft das namensgebende Tier. Zwar ist das riesiger Modell durchaus noch beeindruckend, doch die Künstlichkeit dessen tritt hin und wider im Film ans Licht. Man muss hierbei allerdings sowohl das Alter des Films beachten, als auch die Tatsache, dass modernes CGI an dieser Stelle wahrscheinlich nicht besser eher sogar noch schlechter gealtert wäre. Insofern sehe ich keinen echten Nachteil zumal die Inszenierung mit einigen Schock-Effekten bis heute zu gefallen weiß und über kleinere Mangel hinweg täuscht.

Fazit: Als einer von Steven Spielbergs ersten großen Landwandfilmen weiß „Der weiße Hai“ trotz einem nicht immer perfekt gealterten Hai-Modells bis heute zu überzeugen. Der Mitbegründer des modernen Blockbusters ist tempo- und actionreich, stellenweise brutal und blutig, sowie spannungsgeladen bis zum Ende. Die verschrobenen Charaktere sind lebensnah, perfekt verkörpert und in den wenigen ruhigen Szenen gut eingefangen. Eine tolle Atmosphäre wird durch einen sehr guten Score von John Williams untermalt. Absolute Sehempfehlung!

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