Kurzkritik: Das fünfte Element (Film, 1997)

Der Science-Fiction-Blockbuster vom französischen Regisseur Luc Besson gilt als einer der kommerziell erfolgreichsten europäischen Filme. Mit einem echten Action-Star in der Hauptrolle werden wir in die Zukunft verfrachtet, um dem Kampf gegen das ultimative Böse, dass die Erde vernichten soll, beizuwohnen. Im Zentrum der Lösung stehen die titelgebenden fünf Elemente. Unser Held gerät dabei durch Zufall zwischen die Fronten, obwohl er doch eigentlich ganz andere Sorgen hat…

Wir schreiben das Jahr 2263. Das Militär versucht erfolglos die Erde vor einer riesigen, gefährlichen Kugel im All zu verteidigen. Währenddessen ist der Ex-Militär-Offizier Korben Dallas (Bruce Willis) in seinem schäbigen Alltag gefangen. Mehr schlecht als Recht verdient er sein Geld als Taxi-Fahrer, obwohl er im Grunde doch nur endlich die perfekte Frau kennen lernen möchte. Mittlerweile ist Korben nahe dran am Verlust seines Führerscheins und damit seiner Existenzgrundlage. Dank einer über Jahrhunderte alte Verbindung zu einem außerirdischen Volk namens Mondoshawan, versucht die Regierung unterdessen die sogenannten fünf Elemente in Besitz zu bringen. Dies wird allerdings erfolgreich durch eine weitere Alien-Rasse, der Mangalores, im Auftrag vom kapitalistischen Widersacher Jean-Baptiste Emanuel Zorg (Gary Oldman) vereitelt. Vier Elemente sind vermeintlich verloren, gleichzeitig extrahiert man mit Überresten des fünften Elements eine Art perfekten Menschen. Dieser wird in Form einer jungen Frau mit orangenen Haaren (Milla Jovocich) erschaffen, deren Kraft allerdings wesentlich unterschätzt wird. Sie flieht und landet zufällig im Taxi von Korben Dallas. Trotz Verständigungsproblemen gelingt es ihm sie zunächst von der Polizei fern zu halten und sie in die Obhut des Priesters Vito Cornelius (Ian Holm) zu bringen, der mit der Legende um die fünf Elemente vertraut ist. Korben wird daraufhin vom Militär für eine geheime Mission rekrutiert, bei der er höchstpersönlich die vier Elemente zurückholen soll. Zu Hilfe kommen ihm letztlich der Priester und die Frau, die sich selbst Leeloo nennt. Können sie gegen die ständigen Einmischungen von Zorg bestehen? Und: Werden sie die Erde retten können?

Der Regisseur schafft es einen sehr actionreichen, schnellen und auch komödiantischen Film auf die Leinwand zu bringen. Schnelle Schnitte gepaart mit tollen und teilweise sehr lustigen Übergängen, ergeben eine angenehme, fließende Erfahrung. Mit seinen knapp zwei Stunden Länge gelingt eine perfekte Laufzeit. Für das Drehbuch waren Luc Besson und Robert Mark Kamen zuständig. Die Schauspieler sind gut besetzt, auch wenn sie durch etwas typische Abenteuer-Charaktere, ohne große Ecken und Kanten, wenig ihr wirkliches Talent ausspielen können. Negativ fällt dabei vor allem Hauptdarstellerin Milla Jovovich auf, der die Rolle einer Stichwortgeberin mit hübschem Körper zufällt. Gerade am Anfang wirkt die Übersexualisierung aus heutiger Sicht sehr schwierig, zumal auch sonst keinerlei andere Frauen-Figuren im Film eine größere Rolle spielen. Immerhin sind erstaunlicherweise mehrere People of Color vertreten.

Positiv hervorzuheben sind einige Randthemen, die bis heute nicht an Relevanz verloren haben. Der übermäßige Konsum und große Weltmarken, wie hier McDonals, werden angesprochen und leicht kritisch erwähnt. Ähnlich kritisch oder zumindest deutlich überhöht wird ein gewisser Star-Kult und die Dauer-Inszenierung in Form der Figur Ruby Rhod (Chris Tucker) angeschnitten, der an gewisse Social-Media-Persönlichkeiten der heutigen Zeit erinnert. Zukunftstechnologien wie die Maschine in der Leeloo geklont wird, erinnern ein wenig an zeitgenössische 3D-Drucker.
Während andere Dinge aus der Zukunft, wie die berühmten fliegenden Autos, etwas aus der Zeit gefallen wirken. Die Effekte sind ebenso hier und da nicht mehr ganz so schön anzusehen, im Großen und Ganzen dennoch solide, wenn man bedenkt aus welcher Zeit (1997) der Film stammt. Immerhin können hier einige Schiffs-Designs und Alien-Masken überzeugen. Zumindest vom allgemeinen Look, denn gerade bei den Alien sieht man die Masken dann doch stellenweise deutlich heraus stechen. Andere Designs, wie die Kostüme und Accessoires, wirken extrem wild. Manchmal etwas zu drüber. Dafür verantwortlich war seinerzeit Jean-Paul Gaultier. Ebenso zweischneidig gealtert ist die Musik, die sehr zeitgeistig wirkt, aber dennoch hin und wieder genau den Ton des Films trifft.

Fazit: Schnell, locker, actionreich. Das sind die Hauptattribute mit denen man diesen Sci-Fi-Klassiker gut beschreiben kann. Eine interessante Welt mit tollen, hin und wieder auch seltsamen Designs, wird gut in Szene gesetzt. Besonders die Szenen-Übergänge sind hervorragend und die Laufzeit des Films ist perfekt. Zeitgeistige Musik und leicht gealterte Effekte bringen dem Spaß keinen Abbruch. Leider verliert der Film bei näherer Betrachtung vor allem beim Inhalt. Dort sollte man sich auf eine zweckmäßige Gut-gegen-Böse Geschichte mit platten Charakteren einstellen. Sehr negativ hingegen fallen die quasi nicht vorhandenen Frauen-Figuren auf, deren einzige Vertreterin hübsches, übersexualisiertes Beiwerk ist. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, erhält einen tollen Blockbuster alter Schule.

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