Kurzkritik: Black Swan (Film, 2010)

Regisseur Darren Aronofsky erschuf auf Basis des Drehbuchs von Andres Heinz und Mark Heyman einen der spannendsten Psychothriller des vergangenen Jahrzehnts. Darin geht es um eine junge Ballett-Tänzerin, die ihre erste Hauptrolle in einem altbekannten Stück erhält und während der Proben langsam am Erfolgsdruck zerbricht. In 108 Minuten sehen wir ihren psychischen Verfall bis zur alles entscheidenden Premiere.

New York, Anfang der 2000er Jahre. Ein Tanz-Ensemble unter der Leitung von Thomas Leroy (Vincent Cassel) soll Tschaikowskis Schwanensee neu inszenieren und interpretieren. Da nach Ansicht von Thomas die bisherige Solistin zu alt wird, kommt es zur Suche unter den jungen Frauen der Gruppe. Die bisher eher schüchterne Nina Sayers (Natalie Portman) bekommt trotz leichter Bedenken den Zuschlag. Sie soll von nun an sowohl den weißen, als auch den schwarzen Schwan verkörpern. Doch für Nina werden es schwierige Wochen, denn der Druck steigt immer weiter an. Sie trainiert unermesslich, verliert immer mehr Gewicht, bekommt Hauptreizungen und beobachtet Dinge, die nicht real sind. Hinzu kommt unerwartete Konkurrenz von einer vermeintlichen Freundin auf und die ungesunde Beziehung zu ihrer Mutter wird immer extremer. Ist Nina unter diesen Umständen überhaupt in der Lage die Premiere zu absolvieren?

Der Film konzentriert sich maßgeblich auf die Hauptfigur, womit alle Last auf Natalie Portman als Schauspielerin liegt. Ihr gelingt eine absolut fehlerfreie und eindringliche Leistung in der Darstellung der in den Wahn verfallenden jungen Frau. Trotz eher einfacher gezeichneten Nebenfiguren können aber auch andere Schauspieler einige Akzente setzen. So sind es vor allem Mila Kunis als beste Freundin und Barbara Hershey als Mutter. Mit kleinen Abstrichen kann auch Vincent Cassel als strenger Leiter überzeugen, trotz einiger typischer Merkmale. Durch den klaren Fokus auf den zentralen Charakter ist die Kameraführung sehr nah auf Natalie Portman zugeschnitten. Generell ist der Film eher konventionell inszeniert, allerdings auf einem sehr hohen Niveau. Herauszustellen ist an dieser Stelle vor allem die Inszenierung des Stücks am Ende der Handlung, die sehr gut eingefangen wurde. Ebenso ist hierbei die Kulisse sehr positiv aufgefallen. Musikalisch hört man logischerweise viele klassische Stücke u.a. von Tschaikowski. Der Rest stammt aus der Feder von Clint Mansell.

Fazit: Die spannungsgeladene Handlung mit einer überaus psychisch labilen Hauptfigur zieht den Zuschauer bis zum Schluss in den Bann. Obendrein gibt es ein leicht offenes Ende. Der Star des Films ist eindeutig Natalie Portman. Dennoch können auch andere Schauspielerinnen glänzen, trotz eher spärlich eingesetzter und klischeehaft gezeigter Nebenfiguren. Filmisch und musikalisch ist man auf einem guten, wenn auch wenig originellen Niveau. Lediglich einige wenige Szenen sind markant. Mir persönlich hat der sehr ähnlich gelagerte Film „Birdman“ (2014) etwas besser gefallen, was allerdings sowohl am Setting als auch an der Tatsache, dass ich ihn zuerst gesehen habe, liegen kann. Die Mutter-Tochter-Beziehung hat leichte „Psycho“-Anleihen, was allerdings eher positiv als negativ zu werten ist. Insgesamt ist „Black Swan“ ein guter Film, den man allerdings nicht zwingend gesehen haben muss, es sei denn man ist Fan den Genres.

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