Kurzkritik: Psycho (Film, 1960)

Im Thriller-Klassiker von Regisseur Alfred Hitchock erleben wir die Ereignisse im eigentlich herunter gekommenen Rasthaus „Bates Motel“. Eine junge Frau gerät eines Abends zufällig in eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung und muss letztlich teuer dafür bezahlen. Der Schwarz-Weiß-Film ist 109 Minuten lang und zog diverse Fortsetzungen, Neuverfilmungen und Prequels (z.B. „Bates Motel“ von 2013-2017) nach sich. Das Drehbuch stammt von Joseph Stefano auf Basis des gleichnamigen Romans von Robert Bloch aus dem Jahr 1959.

Die Handlung beginnt mir Marion Crane (Janet Leigh) und ihrem Freund Sam Loomis (John Gavin), die sich in einem Stundenhotel heimlich treffen, was Marion langsam zu viel wird. Zwar würde Sam sie gerne heiraten, allerdings muss er weiterhin seine Ex-Frau finanziell unterstützen, wodurch nicht genug Geld für eine erneute Bindung besteht. Zudem führen sie eine Fernbeziehung. Als sich einige Zeit später für Marion bei ihrem Arbeitgeber die Situation ergibt an Geld zu kommen, gibt sie vor die 40.000 Dollar in bar sofort zur Bank zu bringen und dann nach Hause zu gehen. Allerdings stiehlt sie es und macht sich mit samt einem Koffer auf zu ihrem Freund.
Während der langen Reise mit dem Auto glaubt sie von der Polizei verfolgt zu werden und wechselt spontan ihr Auto. Die Gewissensbisse nagen an ihr und sie denkt über einen Rückzieher nach. Als sie eines nachts im Bates Motel für einige Stunden ein Zimmer nehmen möchte, lernt sie den jungen Motel-Besitzer Norman Bates (Anthony Perkins) kennen. Sie bemerkt nicht nur die schwierige Mutter, sondern auch einige seltsame Seiten an ihrem Sohn. Nach einem Abendessen mit Norman will sie sich in ihrem Zimmer frisch machen und Duschen. Doch das sollte ihr zum Verhängnis werden…

Der Film zeichnet sich durch eine sehr spannende Inszenierung aus, die durch die Schwarz-Weiß-Optik und den Score unterstützt wird. So entsteht eine abstrakte, beklemmende Stimmung, passend zur Psychologie der Bates und deren Taten. Dies wird abgerundet durch einige ikonische Kulissen und einer der bekanntesten Filmszenen der Geschichte.
Schauspielerisch können die Darsteller eher weniger aufspielen, was den wenigen Dialogen geschuldet ist und der generelle Fokus auf die Inszenierung. Lediglich Anthony Perkins als Norman Bates kann wirklich herausstechen. Dafür kann er die Zerrissenheit und schwierige Psyche des Charakters gut herüber bringen.

Über die Produktionsgeschichte des Films könnte man sicher einige Worte verlieren. Hier sollen nur einige kleine Aspekte angerissen werden: Kurz gesagt, weigerte sich ursprünglich die Produktionsfirma „Paramount Pictures“ trotz zu erfüllendem Vertrags mit Hitchcock den Film zu produzieren, da sie die Handlung für zu abstoßend hielt. Trotz Einlenkens gewährte man lediglich ein sehr geringes Budget. Dadurch ergab sich auch die Entscheidung Psycho in Schwarz-Weiß zu filmen, da man so Geld sparte und der Gewaltgrad etwas verringert werden konnte. Ebenso wurden eher unbekannte Darsteller gewählt und die Hauptdarstellerin verzichtete auf einen großen Teil ihrer Gage. Außerdem gab es strenge Verschwiegenheitsvorgaben durch den Regisseur und Vorgaben an die Kinos wonach niemand nach Beginn des Films in den Saal gelassen werden sollte.

Fazit: Einer von Hitchcocks bekanntesten Spielfilmen ist völlig zu Recht ein Klassiker. Die spannende Handlung wird durch tolle Kulissen, einem guten Sound und einer perfekten Inszenierung getragen. Leider gibt es inhaltlich einige kleinere Sprünge und die Hintergründe der Figuren werden nicht genug beleuchtet. Außerdem können nur wenige Schauspieler glänzen, was der Dreiteilung der Handlung und der damit wechselnden Perspektiven geschuldet ist. Trotz einprägsamer Duschszene ist der Film gerade auch als Gesamtwerk sehenswert. Man sollte sich also nicht vom Alter (60 Jahre) des Streifens abschrecken lassen.

Ein Kommentar zu „Kurzkritik: Psycho (Film, 1960)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s